Sprecherin für Innenpolitik | Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Wildtierverbot im Zirkus

Stellungnahme von Irene Mihalic zur Petition von Change.org zum Wildtierverbot im Zirkus

Stimmverhalten: dafür gestimmt

Begründung: Die 112.000 Bürgerinnen und Bürger, die sich für ein Wildtierverbot in Zirkussen ausgesprochen haben, unterstütze ich voll und ganz. Ich bin immer wieder fassungslos über Meldungen darüber, was den Tieren weltweit aus Profitinteressen, Irrglauben, Gleichgültigkeit oder eben zur reinen Unterhaltung widerfährt. Nicht wenige dieser Meldungen zu Vernachlässigung, Qual und Tod von Tieren stammen aus Zirkussen.

Ich halte einen artgerechten Umgang mit Wildtieren im Zirkus für ausgeschlossen. Keine Zirkushaltung kann sich dem natürlichen Lebensraum eines Regenwaldes, einer Steppen- oder Wüstenlandschaft auch nur annähern – von der völlig artfremden „ Domptur“ ganz zu schweigen.

Darüber hinaus ist die zur Schaustellung von Wildtieren in Zirkussen nicht nur aus tierschützerischen Aspekten heraus abzulehnen, sie ist auch völlig anachronistisch. Zirkus und Menagerie stammen aus einer Zeit, in der die allermeisten Menschen keine Möglichkeit hatten, Tiere aus anderen Regionen dieser Welt kennen zu lernen. Heute gibt es unzählige wunderbare und spannende Dokumentationen über Tiere aus fremden Ländern. Sie zeigen diese in ihrem natürlichen Lebensraum und in ihrem artspezifischen Verhalten. Das ist eine tolle Möglichkeit Kindern nahe zu bringen, wie Tiere leben und welche Bedürfnisse sie haben – anstatt durch einen Reifen zu springen, zu tanzen u. ä. unsinnige Dinge zu tun.

Wenn das im Grundgesetz verankerte Staatsziel Tierschutz im täglichen Zirkusbetrieb nicht realisiert werden kann, so dürfen hier eben auch keine (Wild-)Tiere in die Darbietungen einbezogen werden. Dem kann letztlich auch das Grundrecht der Berufs- und Eigentumsfreiheit nicht entgegenstehen, solange die Berufsausübung möglich bleibt. Zirkusbetriebe können vielfältige Attraktionen anbieten, die kein Tier zwingen, etwas zu tun, was es freiwillig nie tun würde. Es gibt vielfältige artistische und spielerische Möglichkeiten, die von großartigen (menschlichen!) Künstlern präsentiert werden können.

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Die eigentliche Wahlentscheidung der Bürgerinnen und Bürger wird zur Nebensache degradiert und interessiert auch gar nicht mehr so, weil ja alle schon ihre Spins gesetzt haben.

Eine Steigerung der problematischen Praxis fast täglich Umfrageergebnisse bis unmittelbar zum Wahltag zu veröffentlichen, sind resümeriende Meinungsartikel vor der Wahl, die die vermeintlichen Ergebnisse des demokratischen Legitimierungsprozesses vorwegnehmen.

Die Sensibilität hinsichtlich rechtsextremistischer Taten hat sich seit #NSU zwar etwas verbessert, dennoch gibt es noch viele Defizite in der Analyse rechter Terrorsysteme. Mein Gastbeitrag auf @focusonline #Hanau

https://amp.focus.de/politik/experten/gastbeitrag-von-dr-irene-mihalic-einzeltaetertheorien-duerfen-keine-ausrede-von-politik-und-gesellschaft-sein_id_11691717.html

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