Irene Mihalic – Eine Homestory

Von Sabine Zimpel

image Ein sommerlicher Tag in Gelsenkirchen-Erle. Vor ein paar Minuten ist der Fotograf vom Stadtspiegel weg, jetzt sitzen wir mit der Grünen Oberbürgermeisterkandidatin am Küchentisch. 8 Stunden Dienst liegen schon hinter ihr, abends folgt noch eine Sitzung. Kein sehr ruhiger Tag für Irene Mihalic. So schnell wird sich daran auch nichts ändern. Als Grüne Spitzenkandidatin gilt ihr Einzug in den Rat der Stadt Gelsenkirchen als sicher. Vielleicht ist auch mehr drin für sie. Mehr Aufgaben, mehr Verantwortung, mehr Termine.

Ob ihr dieser Rummel gefällt? Bleibt noch Zeit für Privates?

image Irene Mihalic: „Ich fühle mich pudelwohl. Manchmal wird es knapp, vor allem mit den Terminen jetzt im Wahlkampf. Ich sitze ja nicht nur in Diskussionen, ich helfe auch beim Plakate kleben und nehme an unseren wöchentlichen eigenen Sitzungen teil. Kein Treffen und keine Aktion der Grünen Wahlkampf-AG ohne mich.“ Sagts und schmunzelt.

Da bleiben nicht nur Freunde, sondern auch Joggen und Fitnesstraining schon mal auf der Strecke.

IM: „Deshalb mache ich soviel wie möglich mit dem Fahrrad. Einkaufen zum Beispiel. Passt doch fast alles in den Korb. Damals im Oberbergischen waren die Wege für’s Fahrrad leider oft zu weit.

Wegen der Liebe sei sie vom Oberbergischen nach Gelsenkirchen gezogen. Ihr Partner Dennis grinst um die Ecke. Er kümmert sich um einen Kaffee für uns.

IM: „Bei uns gibt es nur Espresso, aus einer originalen italienischen Kaffeemaschine. Der ist gesünder und schmeckt viel besser als normaler Kaffee.“

image Dazu ein Schuss Milch aus dem Bioladen und der Kaffee ist perfekt. Überhaupt scheint so vieles hier perfekt. Und vorbildlich.

IM:Gekocht wird auch oft italienisch. Nudeln schmecken mir immer noch am besten. In allen Variationen. Ich mache immer ganz einfache Sachen, probiere was aus. Und wenn ich es ein paar Wochen später nochmal kochen will, krieg ich es nicht mehr hin“.

Kater Olaf kommt vorbei schlawenzelt. Er findet uns ziemlich uninteressant. Hat nur Augen für seine Mitbewohnerin Irene. Wir erfahren, dass Olaf natürlich mit im Bett schläft.

IM: „Olaf ist ein Findelkind. Und sehr sensibel und anhänglich. Wir können ihn nur alleine lassen, weil es noch einen zweiten Kater gibt, den Muck, und weil sich unsere Nachbarn sehr zuverlässig mit um die beiden kümmern, wenn wir unterwegs sind.“

Die Nachbarn. Einer kommt mal gucken, als wir uns auf dem Hof hinter dem Haus verabschieden. Klar ist man hier auch Schalke-Fan, so nah an der Arena. Schnell sind die Meinungen über Magath und Co. ausgetauscht, ein Kopfschütteln über Gazprom, ein Witzeln über Kuranyi.

Weg ist Irene Mihalic häufig, nicht nur jetzt im Wahlkampf. Sie und Ihr Partner Dennis sind oft für ein paar Tage unterwegs.

imageIM: „Im Sommer sind wir gerne mit dem Motorrad unterwegs, zum Beispiel in Richtung Italien. Manchmal fahren wir auch nur ein paar Tage an die Mosel oder was man so in ein paar Stündchen erreichen kann. Am liebsten mieten wir eine Ferienwohnung und genießen die Unabhängigkeit ohne feste Zeiten für Frühstück und Abendessen. Da wird richtig gefaulenzt und höchstens mal was gelesen: Reiseführer zum Beispiel“.

Ihre Eltern sind aus Südost-Europa nach Deutschland gekommen, Irene Mihalic ist hier geboren.

IM: „Meine Mutter kommt aus Ungarn, sie ist Schneiderin. Und mein Vater kommt aus Kroatien, der ist Schlosser. Sie haben sich hier in Deutschland kennen gelernt und insgesamt 3 Kinder groß gezogen.“

Auf die studierte Verwaltungsfachfrau im Polizeidienst sind die Eltern vielleicht besonders stolz.

imageIM: „Ja, ich hab die Ausbildung für Führungskräfte bei der Polizei gemacht. Aber in der Wache fühle ich mich nicht so wohl wie draußen, wenn ich unterwegs bin. Ich bin bei der Autobahnpolizei und führe Geschwindigkeitsüberwachungen durch oder kontrolliere LKWs auf Lenkzeiten und Ladung. Das ist leider ein notwendiger Job.“

Zum Abschied zeigt sie uns noch ihre Garage. Vorne stehen 2 Liegestühle, die Wände sind holzvertäfelt, Bilder und Deko hängen daran. Dahinter ein Vorhang, der Motorrad und Fahrrad verdeckt. Gemütlich.

IM: „Und hier sitzen wir manchmal abends und genießen noch ein Feierabend-Bier. Dann scheint die Sonne vorne in die Garage. Wir legen die Füße hoch und lassen den Tag Revue passieren.“

Sie schiebt ihr Fahrrad hinter den Vorhang. Ein TAZ-Rad. Das kann man bei der TAZ kaufen und damit die Genossenschaft unterstützen, für die publizistische Unabhängigkeit der TAZ, erklärt sie uns. Eben vorbildlich, die Grüne Kandidatin.

Text und Fotos: Sabine Zimpel


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